Anfangs hatte die Gruppe aus Niederzeuzheim Rote Karten ausgegeben, um auf die aus ihrer Sicht herrschende Ungerechtigkeit der Zahlungen hinzuweisen. Vor kurzem dann meldete sich Ewald Schlitt mit einer Straßenbau-Variante, der“Erl-ledigte König“, zu Wort, und jetzt emittierten die Mitglieder der Bürgerinitiative ihre „Nachteils-Aktie“. Der Inhaber dieses Papiers werde „durch die Maßnahmen der Stadt Hadamar benachteiligt. Nur einlagiges Toilettenpapier hat eine noch beschissenere Wertsteigerung“, lautet der rustikale Aufdruck.

Tatsächlich war bereits im Frühjahr eine Resolution bei der Hessischen Landesregierung für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge gescheitert. Auch eine Deckelung der Beiträge lediglich für die Obergasse gilt als nicht rechtskonform, hatte Jürgen Wolf vom Bauamt der Stadt in der vergangen Haupt- und Finanzausschusssitzung (HFA) die Einschätzung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes zitiert. In der aktuellen Parlamentssitzung beantragte jetzt Renate Kreis, Vorsitzende der SPD-Fraktion, der Magistrat möge „mit fünf Kommunen Kontakt aufnehmen, die verschiedene Modelle für die Straßenausbaubeiträge in die Praxis umgesetzt haben“. Ziel sei es, die Vor- und Nachteile zu erfragen und „insbesondere Beispiele für die Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen einzuholen“. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in den HFA verwiesen.

abv/foto: anken bohnhorst